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Ing. Franz Haidacher,BBA im Echo Interview

Roundtable Interview - Echo - Jahrbuch der Wirtschaft 2018 - Top500 Unternehmen

Interview. Die Diskussion um alternative und konventionell Antriebsarten gehen quer durch die Gesellschaft. ECHO hat fünf Tiroler Mobilitätsexperten zu einem Round-Table gebeten.

ECHO: Der Autohandel ist in Bewegung. Wie sehen Sie die Entwicklung in Tirol und gibt es Bereiche, in denen die Branche besonders aktiv werden sollte bzw. gibt es Besonderheiten am Tiroler Markt?

Haidacher: Der Tiroler Markt hat sich in den ersten acht Monaten diesen Jahres sehr gut entwickelt. Eine satte Steigerung von 17,5% steht zu Buche. Ob dieser Trend bis Jahresende halten wird ist fraglich, da die Umstellung auf das neue Abgasprüfverfahren WLTP bereits am 1. September 2018 in Kraft getreten ist. Aufgrund dieser Änderung, welches Vorziehkäufe generiert hat, sind höhere Preise wegen höherer NOVA-Sätze zu erwarten. Um die negative Stimmung gegenüber dem Dieselmotor bzw. Benzinmotor zu ändern, bedarf es an klarer und fundierter Aufklärung aller Marktteilnehmer. Was man da so liest, hört oder sieht, ist wirklich haarsträubend. Für Kunden die viele Kilometer fahren, gibt es nichts besseres wie ein Fahrzeug mit modernem Dieselantrieb. Werden weniger Kilometer gefahren ist ein mit aktueller Technik ausgestatteter Benziner perfekt. Alternative Antriebe haben natürlich auch Ihre Berechtigung, aber wenn man Preis, Reichweite, Infrastruktur und Restwerte berücksichtigt, sind die konventionellen Antriebe zu empfehlen. Natürlich sind die Vorgängertechnologien nicht mehr auf dem Stand der heutigen Technologien, deshalb wäre es gut die „alten“ Diesel- bzw. Benzinmotoren endgültig von der Straße zu bekommen. Dies wäre zu einem großen Teil mit einer Verschrottungsprämie möglich. Diese sollte die Branche speziell von den Herstellern, aber auch von den Ländern, einfordern.  Der hohe Dieselanteil in unserem Land, welcher unter anderem auf das gute Drehmomentverhalten dieser Antriebsart zurückzuführen ist, wäre so auf ein normales Maß zurückzuführen.

Kornexl: Das heurige Jahr ist im Neuwagenbereich geprägt durch die Umstellung auf die neue WLTP Abgasnorm. Dies bringt zum Einen eine gewisse Verunsicherung der Kunden mit sich und zum Anderen eine Liefer- und Verfügbarkeitsproblematik bei diversen Modellen. Trotz dieser Problematik sind wir auch aufgrund der guten wirtschaftliche Entwicklung in Tirol mit der bisherigen Entwicklung im Vertrieb zufrieden.

Scherl: Die Entwicklung im Autohandel  ist sehr positiv. Der Bereich Kundenloyalität welcher durch längere Garantien, all in Leasingverträgen erreicht wird, muss stark forciert werden.

Di Valentino: Der Tiroler Autohandel wird künftig ein bunter Mix aus den verschiedenen Antriebsarten werden. Aktivitäten sind in puncto Infrastruktur zu setzen, damit eine flächendeckende Versorgung gerade im Bereich der Elektromobilität garantiert ist. Durch die landschaftlichen Gegebenheiten ist Tirol mit seinen Tälern und Höhendifferenzen sicherlich anders zu bewerten als andere Länder.

ECHO: Gibt es international Trends und wie wirken diese sich auf den Tiroler Automarkt aus?

Scherl: Der Trend geht hin zu alternativen Antrieben. Elektro und Hybrid mit Allrad ist für den Tiroler Automarkt ein sehr interessanter Trend.

„Für große Reichweiten und für Nutzfahrzeuge werden wir in Zukunft die Brennstoffzelle sehen.“  Ernst Ellensohn,TOYOTA Ellensohn GmbH

Kornexl:  Alternative Antriebe  und Car Sharing Modelle nehmen international und vor allem im urbanen Bereich an Relevanz ständig zu. In Tirol hinken wir in diesem Bereich gerade im ländlichen Bereich aufgrund der Topographie, der Fahrprofile und der Infrastruktur diesem Trend noch etwas hinterher, trotzdem werden wir in unseren täglichen Überlegungen diese Trends ernst nehmen müssen.

Haidacher: In den Großstädten der Welt befasst man sich momentan sehr mit unterschiedlichsten Mobilitätssysteme. Autonomes Fahren, Verkehrssteuerung, E-Mobilität, CarSharing usw. Die Lösung der stark an Einwohner steigenden Großstädten wird dann ein Mobilitätsmix aus allem sein. Für unser Land, welches zum Großteil aus ländlichen Gebieten besteht, wird noch lange dieses uns gewohnte Bild erhalten bleiben. Ein Mix aus konventionellen und alternativen Antrieben wird es in Zukunft sein.

Di Valentino: Die internationalen Trends gehen eindeutig in Richtung Elektro und Hybridantrieb, erstaunlicherweise ist in Tirol eine große Bereitschaft und Interesse an alternativen Antriebsformen zu verzeichnen.

ECHO:  Dieselmotoren sind ja arg in Verruf gekommen. Ist dies Ihrer Ansicht nach zu recht geschehen und wie sehen Sie die Entwicklung?

Ellensohn: Ich kann mich gut an ein Gespräch mit einem befreundeten Arzt erinnern. Der hat mir schon vor gut 15 Jahren erzählt, wie aggressiv Pollen durch Dieselabgase werden. Toyota weiß schon lange, dass der Diesel schlecht für die Umwelt und die Menschen ist. Daher haben sie bereits sehr früh auf den Hybrid gesetzt. Den Verbrauchsvorteil holt sich der Diesel hauptsächlich durch unfaire Besteuerung und höheren Energieinhalt des Dieseltreibstoffes.

Der Dieselanteil wird weiterhin fallen. Der hohe technische und finanzielle Aufwand für die Abgasreinigung rechnet sich nur noch bei großen, schweren und teuren Fahrzeugen. Außerdem macht die Abgasreinigung den Diesel schwächer und durstiger.

Di Valentino: Aktuell sind auf Österreichs Straßen 6 von 10 PKW Dieselfahrzeuge. Insgesamt bedeutet das über 2,7 Millionen zugelassene Diesel PKW. Daher kann ich mir nicht vorstellen, dass sich ein endgültiges Dieselfahrverbot durchsetzen wird, da die neuen Dieselmotoren weiterentwickelt wurden und in puncto Schadstoffausstoß 15%weniger CO2 ausstoßen als ein vergleichbarer PKW mit Benzinmotor.

Es gibt jetzt schon Großstädte in denen Dieselfahrzeuge, welche die Euro6 Norm nicht erfüllen, mit Fahrverbot belegt sind. Der Verkauf von Dieselfahrzeugen ist nach wie vor im Vergleich zu Autos mit Benzinmotoren hoch.

Haidacher:  Dieses „Diesel-Gate“ haben uns leider einige Hersteller beschert. Wie schon erwähnt halte ich den Dieselmotor immer noch für den optimalen Antrieb für Kunden, die eine hohe Kilometerleistung benötigen. Die Hersteller entwickeln mit Nachdruck an weiteren Verbesserungen am  Verbrennungsprozesses  bzw. an den Abgas-Nachbehandlungs-Systemen. Fahrverbote halte ich für keine gute Lösung. Sie treffen vorwiegend Pendler und jene, die sich kein neues Auto leisten können. Es benötigt ein Gesamtprojekt mit allen verfügbaren Antrieben und dazu zu entwickelnden Mobilitätskonzepten.

"Höhere Reichweiten sowie ein schnelles und gut ausgebautes Ladestationennetz sind jetzt wichtig.“ Martin Kornexl,Autowelt Unterberger Telfs

Scherl: Meines Erachtens ist der Dieselmotor zu unrecht in den Verruf gekommen. Es war die Manipulation und nicht der Dieselmotor. Das Kaufverhalten wird sehr stark von den Verkaufs-Profis im Autohandel gesteuert. Es wurden die Dieselmotor an Kunden verkauft, welche sie nicht richtig nutzen konnten. Kurz strecken, Stadtfahrten.  Dies hat sich nun stark gedreht. Diese Kunden kaufen nun Benzinmodelle. Die Einführung des neuen Abgas Messsystems gibt dem Diesel  wieder ein besseres Image und eine längere Überlebenschance. Für die neuen Euro 6.d Motoren wird es ein Fahrverbot für die nächste Modelllebensdauer von ca. 8 Jahre sicher nicht geben.

Kornexl:  Gerade bei den immer beliebteren SUV ist der Diesel aus meiner Sicht die nächsten Jahre hindurch alternativlos, um die strengen CO2 Ziele zu erreichen, die technischen Lösungen beim Diesel mit SRC Speicherkat etc. sind vorbildhaft.

ECHO: Sind Elektroautos für den Tiroler ein Thema und machen diese umwelttechnisch überhaupt Sinn?

Kornexl: Die Elektrifizierung  ist mit Sicherheit derzeit die wichtigste Variante der alternativen Antriebe und wird die nächsten Jahre noch mehr als bisher an Relevanz gewinnen, Die meisten Hersteller investieren sehr viel Geld in diese Technologie  vor allem zur  Erreichung höherer Reichweiten, ein sehr gutes Beispiel dafür ist der neue  Performance SUV von Jaguar –der Jaguar I-Pace mit einer Reichweite von 480km und 400 PS, wichtig in diesem Zusammenhang ist auch der schnelle Ausbau der Infrastruktur- Ladesäulen etc

Ellensohn: Man kann nicht generell von dem „Elektroauto“ sprechen. Der Elektromotor ist grundsätzlich ein sehr guter Motor. Die Frage ist, wie man die Energie ins Fahrzeug bekommt. Wenn Sie von einem Elektroauto sprechen meinen Sie wahrscheinlich die rein batterieelektrischen Fahrzeuge. Die machen für mich auch in Zukunft nur bei kleinen, leichten Fahrzeugen mit überschaubarer Reichweite Sinn. Für größere Fahrzeuge mit höherer Reichweite oder auch für Nutzfahrzeuge werden wir in Zukunft die Brennstoffzelle sehen. Da wird Wasserstoff getankt und direkt im Fahrzeug der Strom für die Elektromotor/en produziert. Toyota ist bei dieser Entwicklung ganz vorne und wird zu den Olympischen Sommerspielen 2020 in Tokio der Welt zeigen wie die Wasserstoff-Zukunft aussehen wird.

Di Valentio: Elektroautos sind ein Thema beim Konsumenten, die Bestätigung dafür sind unsere steigenden Verkaufszahlen in diesem Segment. Die Infrastruktur ist leider noch nicht in diesem Maße für Elektromobilität ausgerichtet, dass genügend Ladestation verfügbar sind. Mit der Teilnahme am Regelenergiemarkt betreibt die BMW Group ein innovatives Geschäftsmodell, ermöglicht die Integration von erneuerbaren Energien in den Strom-Mix und schafft wichtige Voraussetzungen für die elektrische Mobilität von morgen.

Scherl: Elektroautos machen Sinn auch für die Tiroler Autofahrer. Es gilt ähnliches wie beim Diesel: Nicht für jeden Kunden macht Elektro Sinn und die Beratung in den Autohäusern wird sehr wichtig sein.

Haidacher: Elektroautos sind momentan in aller Munde. Die Presse berichtet nur noch in seltensten Fällen von konventionellen Antrieben wie Benzin- und Dieselmotoren. Das Elektrofahrzeug hat natürlich seine Berechtigung. Aber wenn man genau hinschaut und alle Parameter betrachtet, sehe ich die Vorteile für den Endverbraucher nicht. Elektroautos erzeugen auch Schadstoffe. Bei der Produktion und beim Betrieb. Strom aus der Steckdose kommt halt nicht nur von regenerativen Quellen sondern unter anderem auch von Kohlekraftwerken. Die aufwendige Produktion der Akkupacks erzeugt sehr hohe Mengen an CO2. Der durchschnittliche CO2 Verbrauch eines Elektroautos, über den gesamten Lebenszyklus gerechnet, erspart gerade einmal 10%. Wenn man aber bedenkt, dass die Begleitumstände Reichweite, Infrastruktur und Preis nicht gerade optimal sind, hat das Elektroauto zwar seine Berechtigung, aber nicht in dem Ausmaß, wie es der Gesellschaft verkauft wird. Es zählen eben nur die Fakten und nicht der Populismus.

„Alternative Antriebe im intelligenten Mix mit Altbewährten sind die Zukunft.“ Franz Haidacher, Autohaus Haidacher KG

ECHO: Brauchen wir überhaupt alternative Antriebsformen und welche haben Ihrer Meinung nach eine Zukunft?

Scherl: Alternative Antriebsformen brauchen wir auf jeden Fall. Die aussichtsreichsten werden Elektro und Hybrid sein.

Haidacher: Alternative Antriebsformen sind sehr wichtig. Der Mix wird der Schlüssel zum Erfolg sein. Eine Nutzungsanalyse wird die jeweilige ökonomisch wie ökologisch optimale Antriebsform ergeben. Ob Hybrid, Elektro oder Wasserstoff jede Antriebsform hat Chancen in jeweiligen Segmenten in Zukunft eine Rolle zu spielen.

Di Valentino: Alternative Antriebsformen sind sicher ein Thema, da alle Hersteller für diese Neuentwicklungen enorme Forschungsarbeit leisten. Welche der neuen Antriebsformen künftig den ersten Stellenwert erreichen wird, ist derzeit noch nicht absehbar, da die Palette neuer Antriebsformen von Hybrid und Elektro in den nächsten Jahren derart weiterentwickelt werden, dass man letztendlich sehen wird, welche dieser Antriebsformen die effektivste sein wird.

Ellensohn: Ja, ich bin überzeugt, dass wir an alternativen Antriebsformen nicht vorbei kommen. Es wird einen Mix aus verschiedenen Antriebsformen geben. Aber wie gesagt, ich glaube fest an die Brennstoffzelle und den Wasserstoff. Wir werden Wasserstoff nicht nur in der Mobilität einsetzen, sondern er wird auch ein wichtiger Teil  unseres  gesamten Lebens sein.

ECHO:  Bemerken Sie einen Trend zu neuen Nutzungsmodellen, wie Carsharing?

Di Valentino: Hier in Tirol ist dieser Trend noch nicht 100%ig angekommen, in Großstädten ist es sehr wohl schon ein Thema.

Ellensohn: Wir selber spüren das noch überhaupt nicht. Es gibt aber Tendenzen, vor allem in großen urbanen Gebieten und bei jungen Menschen, in diese Richtung.

Scherl: Ja die Trends sind erkennbar. Carsharing im Kleinen:  Oma, Opa und Enkel nutzen ein Fahrzeug gemeinsam. Der Besitz des Fahrzeuges ist nicht mehr erstrebenswert, die Fahrzeuge werden gemietet und wieder retour gegeben. Funktioniert wie bei Wohnungen (Kaution, monatliche Miete und ich kann mir jederzeit eine neue Wohnung sprich Fahrzeug nehmen)

Haidacher: Nein. Trends sind in Großstädten bereits umgesetzt. Hersteller, die in solche Nutzungssysteme investiert haben, werden die Gewinnschwelle in den nächsten Jahren nicht erreichen.

Kornexl:  Derzeit in unserem Einzugsgebiet noch nicht.

ECHO: Wie ist die wirtschaftliche Situation im Autohandel derzeit und könne Sie eine Prognose wagen?

„Wir brauchen Alternativen, aber nicht für jeden macht das Elektroauto Sinn.“  Bernhard Scherl, Auto Linser

Haidacher: Ja. Die wirtschaftliche Situation ist die Grundlage für alle Branchen. Auch wir in der Automobilbranche leben von der gesamten Wirtschaftsleistung. Weiters ist die Stimmung für mich ein ganz wesentlicher Wirtschaftsantrieb. Die ist derzeit sehr gut, welche uns gute Frequenz in unseren Schauräumen beschert.

Kornexl:  Die wirtschaftliche Situation und Prognose ist derzeit bei uns stabil und hängt künftig sicher von der generellen wirtschaftlichen Entwicklung in Tirol ab.

Scherl: Die wirtschaftliche Situation ist stabil, Zulassungszahlen entwickeln sich positiv, die neuen Antriebsformen lassen für die Zukunft Absatzsteigerungen erwarten.

„Noch ist nicht absehbar, welche alternative Antriebsform die Zukunft ist.“  Giovanni Di Valentino, Denzel & Unterberger Innsbruck

DI Valentino: Die derzeitige Situation ist durch Schwankungen auf Grund der Dieseldiskussion und der Verunsicherung der Kunden gekennzeichnet, alles in Allem ist jedoch ein positiver Trend hinsichtlich des Kaufverhaltens zu erkennen.             

Interviews: Sissi König 

Quelle: ECHO - Jahrbuch der Wirtschaft 2018 - Top 500 Unternehmen - Das Original!

 

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